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Die systemische 13 | Teil 11: Wirksamkeit systemischen Coachings

Illustration zur Wirksamkeit systemischen Coachings: Ein Schiff vor Anker nahe einer Insel als Metapher für Stabilität, Orientierung und nachhaltige Wirkung.

Teil 11: Wirksamkeit systemischen Coachings

Eine Beitragsreihe von Dennis Sawatzki

Illustration zur Wirksamkeit systemischen Coachings: Ein Schiff vor Anker nahe einer Insel als Metapher für Stabilität, Orientierung und nachhaltige Wirkung.

Einleitung: Wissenschaftlich belegte Wirksamkeit

Die Wirksamkeit von Coaching ist wissenschaftlich belegt (u. a. Bachmann & Willermann, 2024; Möller et al., 2022). Im Arbeits- und Organisationskontext gilt das systemische Coaching als positiv wirksam (Schober-Ehmer, 2024).

Wirkungsebenen systemischen Coachings

Systemisches Coaching führt zu signifikanten Effekten in folgenden Bereichen (Bachmann & Willermann, 2024):

  • Behaviorale Wirkungen (Verhaltensebene)
    Es zeigt sich ein großer Effekt (1.12).
    Zu den behavioralen Wirkungen zählen vor allem die Zielerreichung bzw. der wahrgenommene Zielfortschritt, welche in vielen Studien starke Effektmaße aufweisen. Weitere untersuchte behaviorale Wirkungen umfassen Proaktivität, Leistungsverhalten und Veränderungsbereitschaft.

  • Kognitive Wirkungen (Denkenebene)
    Es zeigt sich ein kleiner Effekt (0.47).
    Dazu gehören die Selbstwirksamkeit, das Formulieren eigener Ziele, Selbstreflexion, lösungsorientiertes Denken, kognitive Widerstandsfähigkeit, Motivation, Meta-Kognitivität sowie die Klärung und Umsetzung des Anliegens.

  • Emotionale Wirkungen (Erlebensebene)
    Es zeigt sich ein kleiner Effekt (0.44).
    Zu den emotionalen Wirkungen zählen unter anderem die psychische Gesundheit (mentales Wohlbefinden), Resilienz, Arbeitszufriedenheit, Hoffnung, Zielverpflichtung und die wahrgenommene Zielerreichbarkeit.

Zentrale Wirkfaktoren im Coaching

Fünf Schlüsselfaktoren für die Wirksamkeit von Coaching sind:

01

Beziehung als zentraler Wirkfaktor

Die Beziehung gilt als ein zentraler Wirkfaktor (Möller et al., 2022). Entscheidend sind dabei Vertrauen, die wahrgenommene Kompetenz des Coaches sowie die Überzeugung von dessen Wohlwollen (McAllister, 1995; Luhmann, 2000).

02

Ressourcenorientierung

Eine hohe Ressourcenorientierung (Grawe, 1998) spielt eine große Rolle beim Therapieerfolg und ist auch im Coaching relevant (Tschacher & Bannwart, 2021).

03

Entwicklungs- und Anpassungsfokus

Gutes Coaching fokussiert auf Entwicklung, Problemidentifikation und die permanente Anpassung der Coaching-Aktivität (Leedham, 2005; Möller et al., 2022).

04

Abstinenz als professionelle Haltung

Abstinenz im Sinne einer achtsamen Haltung des Nicht-sofort-Reagierens (Michalak et al., 2012) ist auch für lösungsorientierte Coaches wesentlich (Tschacher & Bannwart, 2021).

05

Coaching als Prävention

Coaching kann auch als Prävention am Arbeitsplatz eingesetzt werden (Möller et al., 2022). Die positiven Steigerungen von Coping-Fähigkeiten, Wohlbefinden und Arbeitszufriedenheit (Theeboom et al., 2014) wirken präventiv.

Ausblick: Von der Wirksamkeit zur gezielten Anwendung

Die Forschung muss künftig nicht mehr primär die Wirksamkeit beweisen (dies ist weitgehend erfolgt), sondern untersuchen, welche Methode wann, wie, warum und bei wem am besten wirkt. Für viele institutionelle Kontexte (z.B. Schulen) gilt darüber hinaus, von der Erkenntnis in die Umsetzung zu gelangen und Coaching strukturell zu verankern.

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