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Die systemische 13 | Teil 8: Zirkularität vs. Linearität

systemische 13 zirkularitaet vs linearitaet

Teil 8: Zirkularität vs. Linearität

Eine Beitragsreihe von Dennis Sawatzki

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Einleitung: Vom linearen Denken zur Zirkularität

Systemisches Coaching ist in der Lage, lineare Denk- und Reaktionsmuster aufzubrechen und liebevoll bis hin zur Zirkularität zu biegen. Schließlich ist unser Kopf doch rund, damit das Denken die Richtung ändern kann (Francis Picabia, 1922). 

Komplexe Systeme kennen keine einfachen Ursachen

In komplexen Systemen finden wir (immer) selten(er) lineare Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge. Stattdessen steht alles in Wechselwirkung zueinander und Verhaltensweisen und Äußerungen finden in Kontexten statt.

Abschied von monokausalen Zuschreibungen

Damit erübrigen sich monokausale Zuschreibungen und Schuldzuweisungen, denn ein Verhalten ist nicht die Folge eines singulären Ereignisses, sondern immer Teil komplexer Wechselwirkungen und demnach gewissermaßen Ursache und Wirkung zugleich. Watzlawick nennt dies auch die Interpunktion von Ereignisfolgen (Watzlawick/Beavin Bavelas/Jackson, 1967).

Zirkuläre Fragen als systemisches Werkzeug

Ein probates Mittel im systemischen Coaching sind zirkuläre Fragen, die „um die Ecke“ oder „über Bande“ fragen („Was schätzen Sie, würde XY Ihnen raten?“, „Was glauben Sie, wie sich XY dabei fühlt?“, „Was könnte die positive Absicht hinter ihrem/seinem Verhalten sein?“).

Diese öffnen den Blick für weitere Beteiligte und Betroffene und machen damit systemische Zusammenhänge sichtbar, erweitern die Perspektive und fördern ein tieferes Verständnis für Muster und Wechselwirkungen von Dynamiken. Denn ein jedes Mitglied ist Teil des Problemsystems, aber zugleich auch des Lösungssystems (vgl. Varga von Kibéd/Sparrer 2000/2018; Sparrer 2016; Daimler/Sparrer/Varga von Kibéd 2003, 2008).

Zirkularität als Reframing

Zugleich bieten zirkuläre oder triadische Fragen die Chance zum Reframing, also eine Situation in einen anderen Rahmen zu setzen und neu zu bewerten. Dies trägt dazu bei, das Denken zu verflüssigen und neuen Lösungsrichtungen Raum zu geben.

Systemische Marker in der Sprache

Hilfreich sind hierbei bestimmte sprachliche Formen, die ich hier einmal als „systemische Marker“ bezeichnen möchte:

  • Was würde Ihr Kollege 𝘴𝘵𝘢𝘵𝘵𝘥𝘦𝘴𝘴𝘦𝘯 sagen?
  • Wenn Ihre Partnerin nicht nach dem Warum, sondern nach dem 𝘞𝘰𝘻𝘶 suchen würde: Was würde sie dann vermutlich antworten?
  • An welcher Stelle Ihrer Schilderung würde Ihr bester Freund Ihr Aber durch ein 𝘜𝘯𝘥 ersetzen?
  • Was denken Sie, wo hätte Ihnen Ihre Großmutter zu einem 𝘚𝘰𝘸𝘰𝘩𝘭-𝘢𝘭𝘴-𝘢𝘶𝘤𝘩 geraten anstelle des Entweder-oder?
  • Wenn ich Ihren Sohn fragen würde, was er von der ganzen Geschichte hält: Wo, denken Sie, würde er mir sagen, seine Mutter solle weniger „weg von“, sondern mehr 𝘩𝘪𝘯 𝘻𝘶?

Fazit: Zirkularität öffnet neue Denk- und Lösungsräume

Die Kombination aus Zirkularität und systemischen Markern eröffnet Raum für Neubetrachtung, Neubewertung und neue Ideen.

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