Deutscher Schulpreis 2026: Das sind die Preisträger
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Deutscher Schulpreis 2026: Das sind die Preisträger
Berlin, September 2026
Der Deutsche Schulpreis feiert sein 20-jähriges Jubiläum. Bei der Verleihung in Berlin gewann die Bertha-von-Suttner-Schule in Mörfelden-Walldorf den Hauptpreis. Unser Geschäftsführer Dennis Sawatzki war vor Ort und hat Schulen erlebt, die zeigen, wie gute Schule heute aussieht.
20 Jahre Deutscher Schulpreis, 116 ausgezeichnete Schulen seit 2006 und in diesem Jahr 15 Nominierte im Finale in Berlin. Die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung haben den Preis gemeinsam mit der ARD und der ZEIT Verlagsgruppe zum Jubiläum vergeben. Den Hauptpreis überreichte Bundeskanzler Friedrich Merz.
Ausgewählt werden die Schulen von einer 50-köpfigen Jury aus Bildungswissenschaft, Schulpraxis und Bildungsverwaltung. Hinter jeder Nominierung stehen eine Bewerbung, ausführliche Interviews und ein intensiver Besuch vor Ort.
Hauptpreis: Bertha-von-Suttner-Schule in Mörfelden-Walldorf (Hessen)
Die Bertha-von-Suttner-Schule erhält den mit 100.000 Euro dotierten Hauptpreis. Über 2.000 Schülerinnen und Schüler lernen dort, aus vielen Nationen, in einer der größten Gesamtschulen Hessens. Die Schule sortiert nicht aus, sondern begleitet. Regelmäßige Diagnostik zeigt, wo Förderung ansetzen muss. Lerncoaches geben enges Feedback, klare Lernpfade sorgen für Orientierung.
Die Jury hob besonders hervor, dass hier scheinbare Gegensätze zusammenkommen: soziales und selbstständiges Lernen, Beziehungsarbeit und Bildungserfolg. Bemerkenswert auch: Die Schule entwickelt ihr Konzept seit genau so langer Zeit weiter, wie es den Schulpreis gibt. Seit 20 Jahren, mit dem immer gleichen Fokus auf das, was das Kind braucht.
Die fünf Preisträger mit je 30.000 Euro
Ferdinand-von-Steinbeis-Schule Tuttlingen (Baden-Württemberg)
Eine gewerblich-technische Schule mit über 1.000 Lernenden. Sie verbindet klar strukturierten Unterricht mit selbstorganisierten Arbeitsphasen. In praxisnahen Werkstätten entstehen echte Produkte, und eine enge Begleitung hilft auch denen, deren Weg anders verläuft als geplant.
Oberschule Berenbostel in Garbsen (Niedersachsen)
Vor sechs Jahren hat sich die Schule offenen Lernformen zugewandt. Themenorientiertes Lernen, regelmäßige Bilanzgespräche und Lehrkräfte, die sich als Lernbegleitung verstehen, haben die Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler deutlich gestärkt.
Georg-Christoph-Lichtenberg-Oberstufengymnasium Bruchköbel (Hessen)
Hier kommen Jugendliche mit sehr unterschiedlichen Bildungsbiografien zum Abitur. Im Tandemprojekt unterstützen Zwölftklässler die Neuen aus der Elf. Das Pilotprojekt „Go and Grow“ setzt darauf, dass Schülerinnen und Schüler verstehen, wie Lernen für sie selbst funktioniert.
Staatliche Grundschule Tannroda in Bad Berka (Thüringen)
Mit gut 100 Kindern und sieben Lehrkräften die kleinste Preisträgerin. Die Schule verzichtet auf Ziffernnoten, arbeitet jahrgangsübergreifend mit Lernplänen und verbindet das mit einem starken Bewegungskonzept. Die Jury sieht darin einen Maßstab für andere Schulen in vergleichbarer Lage.
Hans-Leipelt-Schule Donauwörth (Bayern)
Fach- und Berufsoberschule unter einem Dach, mit konsequent selbstorganisiertem Lernen. Wochenpläne, Material aus dem Team und alternative Leistungsnachweise nehmen den ganzen Lernprozess in den Blick, nicht nur das Ergebnis.
Sonderpreis für gesellschaftlichen Zusammenhalt: Stadtteilschule Wilhelmsburg (Hamburg)
Eine Überraschung hatte die Jury vorbereitet: Zum Jubiläum hat sie einen Sonderpreis für gesellschaftlichen Zusammenhalt ins Leben gerufen, ebenfalls mit 30.000 Euro dotiert. Wöchentliches Coaching, Angebote in Herkunftssprachen, ein Elterncafé und echte Mitbestimmung für Schülerinnen und Schüler machen Vielfalt an der Stadtteilschule Wilhelmsburg zur Stärke. Die Jury wollte damit ein Zeichen setzen, gerade weil gesellschaftliche Debatten rauer werden.
Alle weiteren nominierten Schulen erhalten jeweils 5.000 Euro.
Was bleibt
Eindrucksvoll war der Rückblick auf die allererste Preisträgerin, die Grundschule Kleine Kielstraße in Dortmund. Der größte Gewinn sei am Ende das Netzwerk, erzählte eine damalige Lehrkraft. Manche Schulen begleiten sich seit 20 Jahren gegenseitig in ihrer Entwicklung.
Das deckt sich mit dem, was wir in unserer Arbeit erleben. Fast alle Preisträgerschulen setzen auf selbstgesteuertes Lernen und gleichzeitig auf enge Begleitung. Keine davon ist über Nacht entstanden. Gute Schule ist ein Prozess, der Ausdauer braucht, ein Kollegium, das mitzieht, und den Mut, Dinge anders zu machen.
„Es war wieder einmal eine pompös inszenierte, professionell durchgeführte und zugleich „nahbare“ Veranstaltung mit ganz viel Herz! Bei diesen vielen ausgezeichneten Schulen (und damit schließe ich ausdrücklich auch diejenigen mit ein, die keinen Preis erhalten haben) steigen in mir Bewältigungs- und Zukunftszuversicht für unsere Bildung und Gesellschaft. Glückwunsch und ein tiefes Dankeschön an alle Nominierten!
Ich freue mich, auch im kommenden Jahr wieder mit vielen Bewerberschulen im Rahmen des Forums des Deutschen Schulpreises zusammenarbeiten zu dürfen.“, sagt Sawatzki.
Schulen auf ihrem Weg begleiten
Genau diesen Weg gehen wir mit dem Institut für Schulentwicklung und Hochschuldidaktik seit vielen Jahren gemeinsam mit Schulen. Wir haben schon viele Kollegien in ihrer Entwicklung begleitet, darunter auch Preisträgerschulen des Deutschen Schulpreises.
Mit einer davon arbeiten wir besonders eng zusammen: Gemeinsam mit der Green Gesamtschule in Duisburg, Preisträgerin des Deutschen Schulpreises 2021, veranstalten wir die GreensKooL, eine Tagung zum kooperativen Lernen. Die nächste GreensKooL findet am 10. März 2027 an der Hochschule für Gesundheit in Bochum statt, unter dem Titel „Kooperatives Lernen für eine gesunde und demokratische Schulkultur“.
Herzlichen Glückwunsch an alle Preisträgerinnen und Nominierten!
Wer selbst dabei sein möchte: Weitere Infos zum Schulpreis 2027 finden Sie bald auf www.deutsches-schulportal.de.
Weiterführend: ISH Schule – Workshops und Fortbildungen für Schulentwicklung
Wie Ihre Schule Beteiligung, Gesundheit und Schulentwicklung verbinden kann, erfahren Sie in unseren aktuellen Fortbildungs- und Begleitformaten: